Schaulaufen der Android-Konkurrenz

Wie viele Open Source Betriebssysteme braucht die Welt? Offenbar noch eines mehr, dachte man sich wohl bei HP und hat jetzt Open WebOs 1.0 vorgestellt. Damit gibt es neben Tizen und FirefoxOS inzwischen bereits drei große Android-Konkurrenten.

WebOS gesellt sich zu Tizen und FirefoxOS

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft, im Bereich mobiler Betriebssysteme aber besteht durchaus die Gefahr, durch immer neue Betriebssysteme die Fragmentierung im Markt weiter zu verschärfen. Entwicklern und Konsumenten machen die streng voneinander abgegrenzten App Stores und Betriebssysteme gleichermaßen zu schaffen und zumindest die Mozilla Foundation kritisiert diese Fragmentierung und Abgrenzung auch regelmäßig scharf – nur um selbst am eigenen mobilen Betriebssystem FirefoxOs zu arbeiten.

Intel und Samsung dagegen haben vor Kurzem den MeeGo-Nachfolger Tizen in einer ersten lauffähigen Version vorgestellt, der langfristig Samsungs Eigenentwicklung bada im Bereich der preiswerten Einsteiger-Smartphones ablösen soll. Als Dritter im Bunde hat jetzt also HP sein viel gelobtes Betriebssystem WebOs mit aktuellen Features versehen und als Open Source veröffentlicht (siehe Video). Während Tizen dem Anspruch nach kompatibel mit Android sein soll, will Mozilla mit seinem plattformübergreifenden App Store der zunehmenden Abschottung den Kampf ansagen. Wie sich WebOs in dieser Hinsicht aufstellt, ist noch unklar.

Kaum Chancen gegen Android

Allen Dreien gemeinsam ist aber, dass sie es gegen die schiere Marktmacht von Android ziemlich schwer haben dürften und ihre tatsächliche Einsatzfähigkeit zudem erst noch beweisen müssen. Zumal inzwischen vermehrt auch Einsteigergeräte mit Android im niedrigen Preissegment auf den Markt kommen – eine Nische, die einstmals eigentlich für bada, MeeGo und Co. gedacht war.

Während früher jeder Hersteller ohne Probleme selbst entwickelte Betriebssysteme verwenden konnte, macht dies heute die steigende Selbstverständlichkeit eines großen App-Ökosystems unmöglich. Zumindest so lange, bis sich plattformunabhängig Standards durchgesetzt haben.