Mozilla öffnet Firefox Marketplace mit 241 Web Apps

Gestern ging der Firefox Marketplace in den offenen Beta-Test, ein App Store der Mozilla Foundation für plattformübergreifende Web Apps. Den bislang nur 241 Apps im Store dürften bald viele weitere folgen.

Vorteile HTML-basierte Web Apps

Die Mozilla Foundation kritisiert bereits seit längerem die zunehmende Abschottung der mobilen Betriebssysteme und den dazugehörigen App Stores. Der Firefox Marketplace wurde als Gegenmodell hierzu entworfen und basiert auf sogenannten Web Apps, die nicht nativ für ein bestimmtes Betriebssystem wie Android oder iOS entwickelt wurden, sondern auf offenen Webstandards wie HTML, CSS und Javascript basieren.

Web Apps sind von ihrem Anspruch her plattformunabhängig, funktionieren also nicht nur mit einem bestimmten Betriebssystem, sondern (mal besser, mal schlechter) im Prinzip mit jedem einigermaßen leistungsstarken Smartphone. Bislang konnten Web Apps viele Funktionen nativ entwickelter Anwendungen nicht bieten, vor allem anspruchsvolle Schnittstellen für Kamera- oder Geolokalisierungsfunktionen stellen noch immer ein gewisses Problem dar. Durch neue Technologien wie HTML5 oder auch CSS 3 holen Web Apps in diesem Bereich aber immer schneller auf, so dass der Vorteil der Plattformunabhängigkeit in vielen Fällen bald nicht mehr durch Funktionseinbußen erkauft werden muss.

Zwar wird es auch langfristig noch Verwendungsszenarien für native Apps geben, der Siegeszug betriebssystemunabhängiger Anwendungen dürfte aber langfristig kaum aufzuhalten sein (vgl. zu diesem Thema auch einen leider durch zu viele Hände redigierten und im Vergleich zur Printausgabe gekürzten Text auf lead-digital.de) – was unter Umständen sogar dazu führen könnte, dass sich große Stores für native Anwendungen für Web Apps öffnen.

Firefox Marketplace öffnet mit 241 Apps

Die Idee plattformübergreifender Web Apps ist nicht per se neu, neu ist aber, dass ein vergleichsweise großer Player wie die Mozilla Foundation (die interessanterweise finanziell stark von Google abhängig ist) erstmals den groß angelegten Versuch unternimmt, einen zentralen Store für Web Apps aufzubauen – gerade auch die Marketing-Möglichkeiten innerhalb eines geschlossenen mobilen Ökosystems gelten bislang als großer Vorteil nativer Apps.

Seit gestern ist der Firefox Marketplace im offenen Beta-Test, bislang noch mit starken Einschränkungen (es gibt beispielsweise keine Möglichkeit kostenpflichtige Apps einzustellen oder Apps zu bewerten) aber vorerst geht es laut Mozilla Foundation zunächst um Performance-Tests und Feedback durch Nutzer und Entwickler. Nach einer eigenen Zählung sind derzeit maximal 241 Apps in neun Kategorien im Marketplace vorhanden (da die doppelte Listung einer Anwendung in unterschiedlichen Kategorien möglich ist, muss sich eine schnelle Zählung auf die maximal mögliche Anzahl an Apps beschränken – so als wäre keine App in mehr als einer Kategorie gelistet), mehr als die Hälfte davon entfallen auf die Kategorie „Games“.

Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich Mozillas Firefox Marketplace gegenüber den Stores für native Anwendungen von Google und Apple schlägt. Dabei darf nicht vergessen werden, dass Mozilla mit seinem eigenen mobilen Betriebssystem Firefox OS (den Fokus auf „Mobile First“ erklärt Mozilla im eigenen Blog) einen wichtigen Grund hat, auch einen eigenen App Store zum Erfolg zu führen – wer würde sich beim Aufbau eines eigenen mobilen Ökosystems schon gerne auf App Stores der Konkurrenz verlassen. Amazon macht es immerhin mit seinem Kindle Fire, auf dem eine stark abgewandelte Android-Version läuft, und dem eigenen Amazon Appstore for Android gerade zunehmend erfolgreich vor.

Einstweilen, das zeigt die Übersicht über die großen App Stores, ist Mozillas Firefox Marketplace allerdings noch weit davon entfernt, zur echten Konkurrenz zu werden.