Auch in Deutschland: Samsung mit dem größten Smartphone-Marktanteil

Smartphone-Marktateil Deutschland laut BVDW

Smartphone-Besitz in Deutschland und Europa. Quelle: Mediascope 2012

Die repräsentative Umfrage Mediascope 2012 des BVDW zeigt, dass Samsung inzwischen auch in Deutschland der beliebteste Smartphone-Hersteller ist. Insgesamt liefert die Umfrage ein recht detailliertes Bild des deutschen Mobile-Marktes – auch wenn es einige Ungereimtheiten gibt.

Vor einigen Tagen hatte ich das Fehlen der entsprechenden Studie noch bemängelt, jetzt ist sie also tatsächlich auch im Netz verfügbar: der Mediascope 2012 – Fokus Mobile, eine Studie des IAB Europe (Interactive Advertising Bureau) in Zusammenarbeit mit dem Online-Vermarkterkreis (OVK) innerhalb des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW). Die jetzt im November erst veröffentlichte Studie basiert dabei auf repräsentative Umfragen in 28 europäischen Ländern aus dem Februar 2012.

Smartphones in Deutschland

Neben zahlreichen Fakten zur mobilen Mediennutzung beschäftigt sich die Studie in einem Slide (auf Seite 18) auch allgemein mit dem Smartphone-Besitz in Europa und Deutschland (gefragt wurde, ob man ein Gerät eines der folgenden Hersteller besitzt). Demnach besitzen 44 Prozent der Deutschen und gleichzeitig auch 44 Prozent der europäischen Bürger ein Smartphone. 13 Prozent der Befragten in Deutschland gaben an, ein Smartphone von Samsung zu besitzen, nur 9 Prozent ein iPhone von Apple.

Um daraus Marktanteile einzelner Hersteller für den deutschen Smartphone-Markt ableiten zu können, müssen diese Zahlen mit den 44 Prozent der Smartphone-Besitzer in Deutschland in Zusammenhang gebracht werden: Die 13 Prozent aller Deutschen, die ein Samsung-Smartphone besitzen, entsprechen damit 29,5 Prozent der 44 Prozent aller Smartphone-Nutzer in Deutschland. So gesehen kommt Samsung in Deutschland auf einen Marktanteil von 29,5 Prozent im Smartphone-Markt.

Analog lassen sich so auch Marktanteile für die übrigen Gerätehersteller angeben, Apple liegt demnach mit einem Marktanteil von 20,5 Prozent auf dem zweiten Platz, gefolgt von Nokia mit 15,9 Prozent, HTC mit 13,6 Prozent, LG und Sony mit jeweils 11,4 Prozent und zu guter Letzt noch Research in Motion mit 6,8 Prozent und Motorola mit 4,6 Prozent.

Marktanteile Smartphones in Deutschland und Europa

Marktanteile der einzelnen Gerätehersteller in Europa und Deutschland auf Basis der Mediascop-Daten. Quelle: Mediascope 2012/eigene Grafik

Marktanteile in Europa

Auch für Europa lassen sich so die Marktanteile berechnen, auch hier liegt laut Mediascope der Anteil der Smartphone-Besitzer bei 44 Prozent. Demnach liegt Samsung auf europäischer Ebene mit 22,7 Prozent Marktanteil deutlich unter dem in Deutschland erreichten Wert, Apple dagegen kommt mit 18,2 Prozent in etwa auf den gleichen Wert. Überraschenderweise erreicht Nokia den gleichen Marktanteil, somit teilen sich hier beide Hersteller den zweiten Platz. Die größte Überraschung bietet aber Research in Motion, deren Blackberry-Smartphones in Europa auf sagenhafte 20,5 Prozent Marktanteil kommen. Wohlgemerkt, es handelt sich dabei um den Besitz, offenbar kann RIM hier von früheren Verkäufen zehren.

Die Verbreitung von Sony- und HTC-Geräten liegt gleichauf bei jeweils 9,1 Prozent, LG kommt auf 6,8 Prozent Marktanteil und Motorola ist auch auf europäischer Ebene mit nur 2,3 Prozent das Schlusslicht.

Einige Ungereimtheiten sind nicht zu übersehen

Insgesamt bietet sich durch diese Studien-Auswertung ein interessanter und detaillierter Überblick über den deutschen und europäischen Smartphone-Markt, auch wenn einige Ungereimtheiten nicht von der Hand zu weisen sind: Am auffälligsten ist sicherlich die in der Grafik ausgewiesene „Marke“ Windows. Es dürfte eigentlich allseits bekannt sein, dass es sich dabei um ein Betriebssystem handelt, aber selbst wenn man Microsoft statt Windows zugrunde legt: Welches Microsoft-Smartphone soll auf einen Marktanteil von einem Prozent kommen?

Wer die einzelnen Prozentzahlen zusammenrechnet, dem fällt zudem auf, dass damit 53 Prozent erreicht werden, und nicht 44 Prozent. Dementsprechend könnte man annehmen, dass dann eben manche Befragte mehrere Smartphones besitzen. Aber: Statistisch signifikant wird dies erst, wenn es sich dabei um Smartphones verschiedener Hersteller handelt. Wer zwei Smartphones des gleichen Herstellers besitzt verändert die Statistik nicht, wer zwei Smartphones von verschiedenen Herstellern besitzt dagegen schon. Dadurch entsteht eine nicht zu vernachlässigende Verzerrung.

Zudem kommt man merkwürdigerweise sowohl für Deutschland als auch für Europa auf genau 53 Prozent. Während es ja durchaus noch sein kann, dass sowohl in Deutschland als auch in Europa zufällig jeweils genau 44 Prozent der Befragten ein Smartphone besitzen, wirkt es schon etwas seltsam, wenn dann auch noch für beide Regionen der gleiche Gesamtwert von 53 Prozent erreicht wird. Ich bin gespannt, ob sich diese Auffälligkeit noch klären lässt.

[Update 27.11.2012: Auf Nachfrage hat mir der BVDW inzwischen bestätigt, dass die besagten 53 statt 44 Prozent tatsächlich durch Mehrfachnennungen zustande kamen. Zufälligerweise eben sowohl für Deutschland als auch für Europa. Genauso zufällig, wie eben sowohl in Deutschland als auch in Europa genau 44 Prozent der Befragten ein Smartphone besitzen. Ganz schön viele Zufälle.

Meine Frage nach der Verzerrung der Studie, weil dann natürlich nur Mehrfachnennungen verschiedener Marken statistisch eine Rolle spielen, wurde mir ebenso bestätigt. Die Problematik ist also bekannt, wird aber nirgends erwähnt. Auf die Frage nach der „Marke“ Windows wurde mir zu guter Letzt geantwortet, dass dies nun einmal vom IAB so abgefragt wurde. Was für eine Studie.]