7 Millionen Blackberrys, 70.000 Apps: Comeback für RIM?

Gelingt Research in Motion im nächsten Jahr das große Comeback? Die Neuigkeiten jedenfalls, die der Blackberry-Hersteller in den letzten Tagen streute, wecken große Erwartungen.

Die Bilanzzahlen: durchwachsen bis gut

Da steht sie, tatsächlich, die große schwarze Null unter den neuesten Quartalszahlen von Research in Motion. Genau genommen kann RIM sogar einen kleinen Gewinn von 9 Millionen Dollar verkünden. Alleine das wäre schon ein gutes Signal für ein bevorstehendes Comeback von RIM, auch wenn wohl nur eine Steuergutschrift die Bilanz gerettet hat und zudem die Anzahl an Blackberry-Nutzern leicht zurückgegangen ist.

Aber die vorgelegten Zahlen für das dritte Quartal des Finanzjahres 2013 (was den Monaten September, Oktober und November entspricht) zeigen noch mehr: 6,9 Millionen Smartphones konnte RIM in diesem Zeitraum verkaufen, nicht viel weniger als die 7,4 Millionen Blackberrys aus dem zweiten Quartal. Überraschend aber ist der Absatz an Playbooks, der sich von 130.000 Stück im letzten Quartal auf nun mehr 255.000 fast verdoppelte. Aufgrund der inzwischen doch etwas veralteten Technik und der großen Konkurrenz kann man hier wohl nur die vielen Rabatt-Aktionen von RIM in den letzten Monaten verantwortlich für diesen Erfolg machen.

70.000 Apps und Frieden im Patent-Streit

Zu dieser im Großen und Ganzen recht ordentlichen Bilanz gesellt sich nun ein Interview von Frank Boulben, CMO bei Research in Motion, mit Forbes, das hier als Video erhältlich ist. Nach ca. 10 Minuten spricht Frank Boulben schließlich über das neue Blackberry-Betriebssystem Blackberry 10 und verkündet, fast könnte man es überhören, dass man zum Start von BB 10 im Januar bereits mehr als 70.000 Apps anbieten werde. Eine erstaunlich große Anzahl angesichts der Tatsache, dass Apps für das bisherige Blackberry-Betriebssystem nicht mit BB 10 kompatibel sein werden. Man darf gespannt sein.

Die dritte gute Nachricht von der Blackberry-Front betrifft den seit langem schwelenden Patent-Streit mit Nokia, der laut einer Pressemitteilung von Nokia beendet zu sein scheint. Viele Details gibt Nokia darin zwar nicht bekannt, aber immerhin wird Nokia „on-going payments“ von RIM erhalten, die Vermutung liegt also nahe, dass sich RIM zur Zahlung von Patent-Gebühren pro verkauftem Blackberry-Gerät verpflichtet hat. Damit ist also auch diese Baustelle befriedet, zusammen mit den stabilen Verkaufszahlen und einem offenbar schnell wachsenden Angebot an Apps dürfte einem Comeback von Research in Motion nicht mehr viel im Wege stehen. Außer der Konkurrenz natürlich.