Jahresabschluss 2012: Verkaufszahlen und Marktanteile von IDC, Strategy Analytics und ABI Research

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Top 5 der Smartphone-Hersteller im vierten Quartal 2012. Quelle: IDC

Mit IDC, Strategy Analytics und ABI Research haben gleichzeitig drei der renommiertesten Marktforscher Zahlen zum vergangenen Jahr 2012 vorgelegt. Zeit für einen ausgiebigen Blick zurück.

Samsung und Apple teilen sich den Markt

In den letzten Tagen haben sowohl IDC als auch Strategy Analytics und ABI Research Verkaufszahlen und Marktanteile zum vergangenen Jahr veröffentlicht. Ziemlich einhellig gehen zumindest zwei der drei Marktforscher von etwa 700 Millionen Smartphones aus, die an den geneigten Nutzer gebracht werden konnten: IDC kommt auf 712,6 Millionen Geräte, Strategy Analytics auf 700,1 Millionen. Nur ABI Research veranschlagt mit 653 Millionen Smartphones deutlich weniger Geräte. Entsprechend ähnlich sieht das Bild für das vierte Quartal aus, hier kommt IDC auf 219,4 Millionen Smartphones, Strategy Analytics auf 217 Millionen und ABI Research auf 196 Millionen.

Deutlich wird dabei vor allem, dass Samsung und Apple quasi den Markt unter sich aufteilen, jedes zweite Smartphone kam 2012 von einem der beiden Konzerne. Wie Apple kürzlich selbst bekannt gab, konnten im letzten Quartal 47,8 Millionen iPhones abgesetzt werden, für das gesamte Jahr 2012 kommt IDC dabei auf 135,9 Millionen Stück, Strategy Analytics und ABI Research auf 135,8 Millionen. Damit erreicht Apple für das gesamte vergangene Jahr einen Marktanteil von 19,1 bei IDC und 19,4 Prozent bei Strategy Analytics, ABI Research hat mit 24,5 Prozent nur den Marktanteil im vierten Quartal errechnet, den IDC mit 21,8 und Strategy Analytics mit 22 Prozent angeben.

Top-5 der Smartphone-Hersteller 2012. Quelle: IDC

Top 5 der Smartphone-Hersteller 2012. Quelle: IDC

Samsung allerdings kann selbst diese herausragenden Zahlen noch überbieten. Samsung gibt zwar keine Verkaufszahlen bekannt, laut IDC fanden aber im vergangenen Quartal 63,7 Millionen Samsung-Smartphones den Weg zu den Endverbrauchern, was einem Marktanteil von 29 Prozent entspricht. Eine ähnlich hohe Zahl gibt Strategy Analytics an, dort gesteht man Samsung 63 Millionen Geräte und ebenfalls 29 Prozent Marktanteil im vierten Quartal 2012 zu. Und auch ABI Research kommt auf glatte 60 Millionen Smartphones und 31 Prozent Marktanteil.

Laut IDC erreicht Samsung für das gesamte Jahr 2012 bei 215,8 Millionen Smartphones einen Marktanteil von 30,3 Prozent, laut Strategy Analytics bei 213 Millionen Geräten einen Marktanteil von 30,4 Prozent. Von ABI Research gibt es keine Samsung-Zahlen für das gesamte Jahr 2012. Zusammen erreichen Samsung und Apple damit im Jahr in etwa einen Marktanteil von 50 Prozent – jedes zweite Smartphone ist also entweder von Samsung oder von Apple.

In der Nische wachsen ZTE und Huawei heran

Für das vergangene Quartal finden sich mit ZTE und Huawei zum ersten Mal zwei Konzerne aus China auf IDCs Liste der Top-5-Smartphone-Hersteller. Huawei kann sich dabei mit 10,8 Millionen Smartphones und einem Marktanteil von 4,9 Prozent sogar auf den dritten Platz vorschieben, gefolgt von Sony mit 9,8 Millionen Geräten und einem Marktanteil von 4,5 Prozent sowie ZTE mit 9,5 Millionen Smartphones und 4,3 Prozent Marktanteil. In der Jahres-Bestenliste von IDC finden sich beide Hersteller allerdings noch nicht, dort liegt Nokia mit 35,1 Millionen Smartphones und einem Marktanteil von 4,9 Prozent an dritter Stelle hinter Samsung und Apple. Vierter ist HTC mit 32,6 Millionen Geräten und 4,6 Prozent Marktanteil, an fünfter Stelle liegt Blackberry-Hersteller Research in Motion mit 32,5 Millionen Geräten und 4,6 Prozent Marktanteil.

Top 3 der Smartphone-Hersteller 2012 im Vergleich zu 2011. Quelle: Strategy Analytics

Top 3 der Smartphone-Hersteller 2012 im Vergleich zu 2011. Quelle: Strategy Analytics

Ein ähnliches Bild findet sich bei Strategy Analytics, auch dort liegt Nokia für das gesamte Jahr 2012 mit 35 Millionen Smartphones und einem Marktanteil von 5 Prozent auf dem dritten Platz. Für das vierte Quartal greift Strategy Analytics auf die offiziellen Konzernzahlen von Nokia von 6,6 Millionen Smartphones zurück und errechnet daraus einen Marktanteil von 3 Prozent.

ABI Research beschränkt sich auf Zahlen zum vierten Quartal, demnach hätte Research in Motion 6,9 Millionen Blackberrys verkauft – ob man sich für diese Zahl einfach bei den offiziellen Zahlen zum dritten Fiskaljahr bedient hat, das doch schon am 1. Dezember auslief und dementsprechend das so wichtige Weihnachtsgeschäft nicht beinhaltet? Ein merkwürdiger Zufall jedenfalls, dass RIM im dritten Fiskaljahr nach eigenen Aussagen genauso viele Blackberrys verkaufen konnte, wie ABI Research jetzt für das vierte Quartal des Kalenderjahres angibt. Im Gegensatz zu IDC sieht ABI Research weiterhin bei ZTE im vierten Quartal 11,2 Millionen Smartphones, nicht 9,5 Millionen. Auch hier also eine kleine Abweichung.

So oder so zeigt sich aber anhand dieser Zahlen, dass in der „Nische“ neben Samsung und Apple vor allem Gerätehersteller aus Asien heranwachsen. Vor allem die IDC-Zahlen zum vierten Quartal zeigen dabei, wo die Reise in Zukunft hingeht: Von den fünf größten Smartphone-Herstellern kommen zwei aus China (ZTE und Huawei), einer aus Südkorea (Samsung) und einer aus Japan (Sony). Traditionell starke Smartphone-Hersteller wie RIM oder Nokia verlieren dagegen derzeit stark an Boden. Vor allem ZTE und Huawei, die bisher in den meisten Ländern allenfalls als Auftragsfertiger für andere Marken in Erscheinung getreten sind, dürften zukünftig unter eigenem Namen eine immer wichtigere Rolle im Mobile-Markt spielen.

Der kompakte Überblick über diese und weitere Zahlen findet sich wie immer in der Übersicht zu den Marktanteilen mobiler Endgeräte.