Nokia-Verkaufszahlen: 6 oder 16 Millionen verkaufte Smartphones?

Was genau macht ein Smartphone aus? Je nach Antwort kommt Nokia für das vierte Quartal 2012 auf 4 bis 16 Millionen verkaufte Smartphones. Bewusste Irreführung? Eher nicht.

Auch wenn viele Analysten mit guten Verkaufszahlen der neuen Windows Phone-Geräte gerechnet haben, die gestern von Nokia vorgelegten Quartalszahlen überraschen doch. Insgesamt konnte Nokia 15,9 Millionen Mobiltelefone absetzen, darunter 4,4 Millionen Lumia-Geräte mit Windows Phone (im zweiten Quartal 2012 lag deren Anteil noch bei 2,9 Millionen Geräten) sowie 2,2 Millionen Symbian- und 9,3 Millionen Asha-Handys. Erstmals konnten also mehr Windows Phone-Handys als Symbian-Geräte verkauft werden. Nokia selbst bezeichnet in einer Pressemitteilung alle drei Gerätegattungen als Smartphones.

Während AllAboutWindowsPhone auch Asha-Modelle als Smartphones durchgehen ließe, hat man dagegen bei golem.de bei der Bezeichnung der Asha-Handys als Smartphones berechtigterweise ein Problem – und vermutet einen „Trick“ und „Schönrechnerei“, um höhere Smartphone-Verkaufszahlen bekanntgeben zu können. Dabei kennt man reißerische Zahlenspiele eher von Apple und Google als von Nokia, zudem: An wen richten sich diese Quartalszahlen denn im Kern? An Analysten, Anleger, die Mobile-Industrie usw. Zielgruppen also, die sich durchaus kritisch mit diesem Quartalsergebnis auseinandersetzen werden und den Unterschied zwischen Asha-, Symbian- und Windows Phone-Geräten zweifellos kennen.

Auch wenn man, wie golem.de richtigerweise anmerkt, Asha full touch aufgrund der geringen Funktionsvielfalt keinesfalls als Smartphone-Betriebssystem bezeichnen kann, die Überschrift der Nokia-Pressemitteilung lautet nicht „16 Million Smartphones sold“ und auch im Text selbst wird klar nach Plattform aufgeschlüsselt, wie viele Geräte jeweils verkauft wurden. Eine bewusste Irreführung, wie sie golem.de wenig unterschwellig unterstellt, ist das nicht.