„Active installed base“: Ein Plädoyer für Nutzungs- statt Verkaufszahlen

Marktanteile mobiler Betriebssysteme gemäß "active installed base" 2010 - 2013.

Marktanteile mobiler Betriebssysteme gemäß „active installed base“ 2010 – 2013. Quelle: AllAboutWindowsPhone

Wenn es um Marktanteile zu Smartphones geht, werden überwiegend Verkaufszahlen zu Rate gezogen. Steve Litchfield zeigt auf AllAboutWindowPhone, warum der Blick auf die tatsächlich genutzten Geräte, also die „active installed base“, mindestens genauso wichtig ist.

Nutzungs- vs. Verkaufszahlen

Mit „active installed base“ meint Steve Litchfield die Menge an Smartphones, die sich über Jahre im Markt angesammelt haben, und immer noch genutzt werden. Nicht jeder tauscht sein Gerät in regelmäßigen Abständen von ein, zwei oder drei Jahren etc. aus. Aus diesem Blickwinkel ergeben sich selbstverständlich ganz andere Zahlen, als wenn die reinen Verkaufszahlen in einem Quartal oder Jahr betrachtet werden.

Klassischerweise könnte man auf diese Anzahl tatsächlich genutzter Geräte kommen, indem Befragungen hochgerechnet werden (was global gesehen ziemlich teuer ist). Eine neue Variante stellen Auswertungen von Werbenetzwerken dar, die entweder den von bestimmten Geräten verursachten Internet-Traffic oder aber ausgespielte Werbeeinblendungen messen. Ob sich daraus aber korrekte Aussagen über die tatsächliche Verbreitung der verschiedenen Smartphone-Modelle treffen lassen ist fraglich, schließlich könnten internetaffine Smartphone-Nutzer einfach vermehrt zu Highend-Geräten von Apple oder Samsung greifen – womit deren Smartphones überrepräsentiert wären. Ein weiteres Fragezeichen ist hinter die Repräsentativität von Werbenetzwerken zu setzen.

„Active installed base“ statt Hochrechnung und Ad Impressions

Einen anderen Weg geht Steve Litchfield auf AllAboutWindowsPhone. Er legt die Daten der letzten Jahre von IDC, Gartner und Canalys zugrunde, gibt jedem Smartphone einen bestimmten Lebenszyklus und errechnet mit diesen Annahmen die tatsächliche Smartphone-Verbreitung. Einzelne Zahlen nennt er dabei zwar leider nicht, trotzdem wird deutlich, dass sich die Marktanteile, gemessen an der „active installed base“, teils enorm von den Marktanteilen unterscheiden, die auf Basis der Verkaufszahlen entstehen.

Laut diesen Zahlen wäre Symbian beispielsweise noch immer das drittstärkste mobile Betriebssystem, während gegenwärtig kaum mehr neue Symbian-Geräte verkauft werden. Litchfields Botschaft: Vor allem was Monetarisierungsmöglichkeiten betrifft, sollte die „active installed base“ wichtiger sein als die reinen Verkaufszahlen, die ja eigentlich nur einen Ausblick auf eine vage Zukunft geben.

Wie genau diese Methode auch immer sein mag (und es gibt, wie gesagt, auch andere Möglichkeiten, um auf die tatsächlich genutzten Geräte zu schließen), dem Plädoyer für alternative Sichtweisen auf den Smartphone-Markt ist in jedem Fall zuzustimmen.