Kantar Worldpanel: Android legt wieder zu

Das HTC One. Sicherlich ein Grund für die derzeit wieder steigenden Android-Marktanteile.

Das HTC One. Laut Kantar Worldpanel einer der Gründe für die derzeit wieder steigenden Android-Marktanteile. Quelle: HTC

Nachdem Android gegen Ende des letzten Jahres deutlich an Boden verloren hatte, zeigen neue Zahlen des Kantar Worldpanel: Es geht wieder aufwärts. Bei inzwischen erneut deutlich über 70 Prozent Marktanteil mussten alle anderen Plattformen Marktanteile abgeben.

Android wieder mit deutlich über 70 Prozent Marktanteil

Von Comtechs Kantar Worldpanel kommen aktuelle Zahlen für das erste Quartal 2013, wonach sich Android wieder trittfest jenseits der 70 Prozent-Marke festsetzt. Gegen Ende des letzten Jahres war Android von fast 80 Prozent Marktanteil in Deutschland auf 65 Prozent gefallen – um dann im Februar 2013 wieder auf knapp über 70 Prozent zu steigen. Nach den neuen Kantar-Zahlen erreicht Android für das erste Quartal 2013 nun 73,6 Prozent und hat sich damit erst einmal wieder stabil jenseits der 70-Prozent-Marke festgesetzt.

Die Ursache für diesen Anstieg dürfte u.a. im Erfolg des Dauerbrenners Samsung Galaxy S3 (dessen Nachfolger Galaxy S4 Android weiter befeuern wird), aber zum Beispiel auch an Lowcost-Geräten wie dem Nexus 4 sowie an neuen Highend-Geräte wie dem HTC One zu suchen sein. An der enorm großen Bandbreite an verfügbaren Android-Smartphones also. Eine von mir aufbereitete Übersicht derzeit verfügbarer Verkaufszahlen für das erste Quartal 2013 findet sich auf Mobile Zeitgeist.

Fortlaufende Marktanteile mobiler Betriebssysteme der letzten Kantar Worldpanels.

Fortlaufende Marktanteile mobiler Betriebssysteme der letzten Kantar Worldpanel. Quelle: Kantar Worldpanel

Auf diese Weise legt Android im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 10,2 Prozentpunkte zu, alle anderen Betriebssysteme dagegen haben Marktanteile verloren, allen voran Symbian mit einem Minus von 5,7 Prozent. Viel interessanter ist aber der Blick auf die fortlaufende Entwicklung seit dem letzten Kantar Worldpanel: Während Android von 71 auf 73,6 Prozent klettern kann, fällt iOS von 18,7 auf 16,9 Prozent, Blackberry von 0,6 auf 0,5 Prozent und Windows Phone von 6,8 auf 6,1 Prozent. Einzig Symbian kann von 2 auf 2,5 Prozent zulegen.

Windows Phone etabliert sich auf Platz 3

Für den europäischen Markt (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Großbritannien) sieht die Lage sehr ähnlich aus, auch hier liegt Android mit 68,8 Prozent einsam an der Spitze, gefolgt von iOS mit 19,4 Prozent. Weit abgeschlagen folgen Windows Phone mit 6,5 Prozent, Blackberry mit 2,7 Prozent und Symbian mit 1,6 Prozent.

Marktanteile mobiler Betriebssysteme für Deutschland und EU5 im 1. Quartal 2013.

Marktanteile mobiler Betriebssysteme für Deutschland und EU5 im 1. Quartal 2013. Quelle: Kantar Worldpanel

Gegen die Android-Dominanz ist also offensichtlich immer noch kein Kraut gewachsen, allerdings scheint sich Windows Phone auf dem dritten Platz hinter Android und iOS zu etablieren. In Deutschland stieg der Marktanteil Anfang des Jahres von weniger als 3 auf 5,1 (November 2012 – Januar 2013) und schließlich 6,8 (Dezember – Februar 2013) Prozent und liegt jetzt mit 6,1 Prozent leicht darunter. Im europaweiten Durchschnitt ist Windows Phone mit 6,5 Prozent drittstärkstes mobiles Betriebssystem, in Italien sogar mit mehr als 10 Prozent, in Großbritannien und Frankreich erreicht Windows Phone Werte jenseits der 7 Prozent. Dies macht sich durchaus auch bei Nokia bemerkbar, wo so viele Lumia-Smartphones wie noch nie zuvor verkauft werden konnten.

Blackberrys Neuanfang mit BB10 dagegen droht zu misslingen, in allen für dieses Worldpanel untersuchten Ländern musste Blackberry im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Marktanteile abgeben, in Deutschland zum Beispiel 1,3 Prozentpunkte, in Großbritannien mehr als 10 und in Spanien mehr als 7 Prozentpunkte. Europaweit immerhin noch gut 5 Prozentpunkte.

Bis zum Markteintritt der neuen Konkurrenten Tizen, Sailfish OS und Firefox OS dürfte sich an der Rollenverteilung zwischen Android, iOS und dem marginalisierten Rest wohl nicht viel verändern. Die Frage ist: wie viel danach?