Tablet-Verkäufe steigen 2013 auf 202 Millionen Geräte

Gartner erwartet ein Ansteigen der Tablet-Verkaufszahlen im gesamten Jahr 2013 auf 202 Millionen. Interessanterweise tun viele Tablet-Nutzer dabei nicht das, was Entwickler und Publisher von ihnen erwarten: Sie kaufen keine Apps.

Gartner mit eher zurückhaltender Tablet-Prognose

Von Gartner geschätzte Verkaufszahlen unterschiedlicher Gerätegattungen bis 2014.

Von Gartner geschätzte Verkaufszahlen unterschiedlicher Gerätegattungen bis 2014. Quelle: Gartner

Während Gartner für das Jahr 2013 nur noch mit rund 300 Millionen verkauften PCs rechnet, was im Vergleich zum Vorjahre einen Rückgang von gut 10 Prozent bedeuten würde, sollen die Tablet-Verkaufszahlen um knapp 68 Prozent auf 202 Millionen Geräte zulegen.

Im Vergleich zu anderen Marktforschern (NPD DisplaySearch: 240 Millionen Tablets; ABI Research: 150 Millionen) positioniert sich Gartner mit dieser Prognose eher im Mittelfeld, bis zum Jahr 2014 erwartet Gartner allerdings ein Marktvolumen von 276 Millionen verkauften Tablets. Weiterhin rosige Aussichten für Tablet-Hersteller also.

Wenig Kaufbereitschaft bei Tablet-Nutzern

Entwickler und Publisher können dabei zumindest in Deutschland offenbar nicht in gleichem Maße vom anhaltenden Tablet-Boom profitieren wie Gerätehersteller (die allerdings zumindest im Android-Einsteigerbereich auch keine große Profitmarge mehr haben dürften): Laut Statista kaufen mehr als die Hälfte aller deutschen Nutzer von iOS- und Android-Tablets keine Apps, konkret ist der Anteil der Kaufverweigerer bei iOS mit 54,5 Prozent noch weitaus niedriger als bei Android mit 65 Prozent.

Auch in der Höhe des potenziellen Kaufpreises macht sich die unterschiedliche Kaufbereitschaft bemerkbar, immerhin 10 Prozent der iPad-Nutzer geben zum Beispiel mehr als 6 Euro für eine App aus – aber nur 3 Prozent der Android-Nutzer.

Statista-Grafik zur Kaufbereitschaft von Tablet-Apps.

Statista-Grafik zur Kaufbereitschaft von Tablet-Apps. Quelle: Statista

Etwas mehr Sorgfalt, bitte!

Ein leichtes Stirnrunzeln lässt sich bei dieser Infografik allerdings nicht vermeiden: In der Grafik selbst ist von Tablet-Apps die Rede, im Text dann allgemein von Apps. Was aber stimmt nun? Da es für Android derzeit noch kaum speziell für größere Tablet-Displays optimierte Apps gibt, können natürlich auch bei Weitem nicht so viele gekauft werden wie für iPads – für die es laut Apple bereits weit mehr als 300.000 speziell angepasste gibt.

Die Frage nach dem Kauf spezieller Tablet-Apps ergibt also eigentlich keinen Sinn, weil es für Android-Tablets gar kein entsprechendes Angebot gibt. Interessant für die Einordnung dieser Zahlen wäre zudem der Vergleich mit der Kaufbereitschaft auf Smartphones gewesen. Ein Beleg mehr, wie sorglos manchmal mit Infografiken umgegangen wird. Aber so oder so, dem weiteren Wachstum des App-Marktes tut all dies keinen Abbruch.