Blackberrys Desaster-Quartal

Das Blackberry Q10, eines der neuen BB10-Geräte.

Das Blackberry Q10, eines der neuen BB10-Geräte. Quelle: Blackberry

Bei Blackberry reiht sich derzeit eine Hiobs-Botschaft an die andere: Kurz nachdem Blackberry seinen langjährigen Fertigungspartner verloren hat, wurden jetzt neue Quartalszahlen veröffentlicht, die wenig Grund zur Freude geben.

Nur 3,7 Millionen verkaufte Blackberrys

Es steht nicht gut um Blackberry, so viel ist sicher. Die jüngst vorgestellten Quartalszahlen für das zweite Quartal des Finanzjahres 2014 (kalendarisch die Monate Juni bis August 2013) bestätigen dies einmal mehr. Bei einem deutlich zurückgegangenem Umsatz von 1,6 Milliarden US-Dollar (49 Prozent weniger als im vergangenen Quartal, 45 Prozent weniger als im Vorjahresquartal) blieb am Ende nur ein Verlust von 965 Millionen US-Dollar übrig.

In Verkaufszahlen ausgedrückt konnte Blackberry gerade einmal noch 3,7 Millionen Smartphones absetzen, den Kampf um Platz drei hinter Android und iOS hat damit definitiv Nokia mit Windows Phone gewonnen: Die Finnen sind derzeit für 80 Prozent aller Windows Phone-Geräte verantwortlich und konnten im vergangenen Quartal immerhin 7,4 Millionen Lumia-Smartphones absetzen.

Händler räumen die Lagerbestände

Laut Pressemitteilung wurden dabei zwar 5,9 Millionen Blackberrys an Endkunden verkauft, im Handel aber leerten man lieber die Regale, statt in großem Stil neu bei Blackberry zu ordern, und nahm Blackberry nur besagte 3,7 Millionen Geräte auch wieder ab. Pikanterweise scheinen dabei vor allem die neuen BB10-Geräte nicht den erhofften Erfolg zu bringen, das neue Blackberry-Modell Q10 mit Hardware-Tastatur beispielsweise bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Alles andere als gute Nachrichten, zumal jetzt auch noch Blackberrys langjähriger Fertigungspartner Jabil Circuit über einen Ausstieg nachdenkt.

Blackberry selbst hat inzwischen die Reißleine gezogen, den Ausstieg aus dem Consumer-Markt verkündet und den Verkauf an den Finanzdienstleister Fairfax Financial eingeleitet. Nach diesen Quartalszahlen wird man sich dort aber umso genauer ansehen, was man hier eigentlich kauft. Immerhin aber, so Blackberry-CEO Thorsten Heins, ist Blackberry schuldenfrei, hat noch 2,6 Milliarden US-Dollar aus fröhlicheren Zeiten auf der hohen Kante und kann ein starkes Wachstum im Geschäft mit seiner MDM-Lösung BES 10 vorweisen. Immerhin.

Blackberry-Verkaufszahlen März 202 - August 2013.

Blackberry-Verkaufszahlen März 202 – August 2013. Quelle: Blackberry, eigene Gafik

[Update 23.3.2014: Der im zweiten Teil des Textes verlinkte Artikel des Wall Street Journals ist inzwischen leider nicht mehr online.]

[Update 30.11.2014: Auch die im ersten Teil verlinkten Quartalszahlen sind inzwischen nicht mehr online erreichbar.]