Google Glass wird das “Next Big Thing”

Google Glass in der Nahansicht.

Google Glass in der Nahansicht. Quelle: Google Glass-Webseite, Google

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, Google Glass selbst auszuprobieren. Seitdem ist mir klar: Google Glass wird das „Next Big Thing“.

Google Glas – viel Licht, viel Schatten

Als Besucher von metaios Hausmesse InsideAR hatte ich die Möglichkeit, Google Glass nun endlich einmal selbst in die Hände zu bekommen und mir einen eigenen Eindruck von den Möglichkeiten dieses umstrittenen Gadgets zu machen. Nun wurde die Nutzung zwar recht restriktiv gehandhabt, da man metaios eigene Augmented Reality-Anwendung nicht verlassen durfte (immerhin ging es aber ja auch primär um metaio, nicht um Google Glass), trotzdem bin ich seitdem überzeugt davon, dass Google Glass die nächste große Innovation sein wird, die den Mobile-Markt nachhaltig verändern wird.

Vielleicht sollte man die Aussage aber etwas wenig eng fassen: Es geht gar nicht so sehr um die Vorserienmodelle von Google Glass, die derzeit im Umlauf sind. Der Bildschirm schien mir relativ klein, die Auflösung etwas zu niedrig, die Handhabung über den Touch-Sensor umständlich (oder zumindest ungewohnt), das ständige nach rechts oben schauen stört relativ schnell und vor allem die Tatsache, dass natürlich nur ein Auge mit Inhalten beliefert wird, während das andere ins Nichts starrt, hat mich wenig begeistert. Zudem konnte man auf der InsideAR erfahren, dass der Akku von Google Glass unter Augmented Reality-Volllast derzeit gerade einmal 15 Minuten durchhält.

Bis man Google Glass-Geräte irgendwann tatsächlich kaufen kann wird sich zwar noch einiges verbessern, aber es geht wie gesagt gar nicht so sehr um Google Glass per se. Bereits heute gibt es ähnliche Geräte, die schon auf dem Markt sind. Seit dem großen Hype um Google Glass werden es bald noch mehr sein. Google kommt aber wohl der Verdienst zu, ähnlich wie vor ein paar Jahren Apple mit dem iPad, die bisher eher unbeachtete Gerätegattung „Datenbrille“ für den breiten Konsumentenmarkt zu erschließen – durch Design, technische Ausstattung und nicht zuletzt dem vermutlich attraktiven Preis.

Hands-free Augmented Reality ist die Zukunft von Mobile Computing

Diese Öffnung des Breitenmarktes meine ich, wenn ich vom „Next Big Thing“ spreche, nicht Google Glass selbst. Aber Google Glass wird diese Öffnung hervorrufen. „Hands-free Augmented Reality“ – auf der InsideAR kam man um diesen Ausdruck nicht mehr herum. Überall wurde von den Möglichkeiten geschwärmt, die Augmented Reality jenseits umständlicher Smartphone- und Tablet-Bildschirme bietet.

Durch intuitive Handhabung in Datenbrillen wird Augmented Reality eine noch größere Bedeutung im Mobile-Markt erlangen als bisher schon, egal ob Stadt- und Museumsführungen, Wohnungssuche, AR-Spiele, Einkäufe oder Bedienungsanleitungen, die Möglichkeiten sind eigentlich unbegrenzt.

Die hier verlinkten Beispiele setzen alle noch auf „klassische“ AR-Geräte. In Zukunft wird sich dies ändern. Geräte wie Google Glass werden dies ändern. AR- oder Datenbrillen gehören zu einer neuen Gerätegattung, die Mobile Computing ähnlich revolutionieren wird wie die ersten leistungsstarken und dabei energieeffizienten Touch-Bildschirme. Google Glass scheint das erste Gerät dieser Art zu sein. Spannend.

Eine Zukunftsvision von SAP, dieses Mal für den B2B-Markt, zeigt, wo die Reise hingehen wird.