Mobile Device Management auf der Communication World 2013

Screenshot aus einem Produktvideo von Blackberry: Blackberry Balance in Aktion.

Screenshot aus einem Produktvideo von Blackberry: Blackberry Balance in Aktion. Quelle: Blackberry

Vergangene Woche fand die Communication World in München statt und bot eine ideale Gelegenheit, sich einmal im Markt für Mobile Device Management umzusehen. Ein Rundgang über die Messe.

Mobile Device Management, so war allerorten zu hören, ist inzwischen auf einem technisch ausgereiften Level, auf dem im Grunde alle größeren Anbieter im Markt die wichtigsten Funktionen bieten. Was technisch machbar ist, so Maximilian Schroeder, Business Development Manager Mobile der AppSense GmbH, geben ohnehin die Geräte- und Betriebssystemhersteller vor. Als Anbieter einer MDM-Lösung gelte es dann nur, diese Möglichkeiten auch auszureizen.

AppSense stellt den Nutzer in den Fokus

Unterschiede gibt es demnach eher noch bei Punkten wie der Lizenzierung, bei der Mindestanzahl verwalteter Geräte, dem Support-Umfang oder beispielsweise den je nach Anbieter mehr oder weniger nutzerfreundlichen Web-Portalen zur Steuerung der MDM-Lösung. Die amagu GmbH beispielsweise wurde für ihr Portal im Rahmen der Communication World mit dem dritten Platz des Smart Mobile Award 2013 ausgezeichnet.

Auch AppSense versucht sich dabei durch eine möglichst nutzerfreundliche MDM-Lösung von anderen Anbietern abzuheben. So bietet die AppSense-Lösung beispielsweise eigene Apps für sicheren E-Mail-Verkehr, zur Nutzung eines speziellen Cloud-Speichers oder auch zum Betrachten und Bearbeiten von Dokumenten. Das Besondere daran: Alle Anwendungen sind so einfach zu nutzen wie herkömmliche Apps aus öffentlichen Stores. Der Anwender merkt also während seiner täglichen Arbeit idealerweise gar nicht, dass er eine spezielle Software-Lösung nutzt, die seine geschäftlichen Daten nach allen Regeln der MDM-Kunst absichert.

Integration von beruflichen und privaten Daten: Blackberry Balance

Blackberry Balance, auf der Communication World bereitwillig von der GFI Informationsdesign GmbH erklärt, geht dabei noch einen entscheidenden Schritt weiter und führt die im Hintergrund in geschäftlich und privat getrennten Bereiche in der grafischen Benutzeroberfläche wieder zusammen.

Bei den meisten MDM-Lösungen müssen besonders abgesicherte Anwendungen zusätzlich installiert werden und der Nutzer findet letztendlich für private und geschäftliche Daten zwei unterschiedliche Anwendungen vor: Zwei Mail-Clients, zwei Kalender etc. Blackberry Balance funktioniert anders und zeigt je nach Aktivierung von Blackberry Balance in der gleichen Mail- und Kalender-App geschäftliche Termine und E-Mails zusätzlich zu den privaten Daten an – oder eben nicht.

Samsung Knox bietet einen eigenen Bereich für Geschäftsanwendungen

In die gleiche Kerbe schlägt Samsung Knox, das auf einigen Geräten zu sehen war, die der Distributor Brodos am Stand ausstellte. Wie Blackberry Balance ist auch Samsung Knox erst einmal eine reine Angelegenheit der grafischen Benutzeroberfläche: Bei Blackberry sorgt die eigene MDM-Lösung BES10 für das eigentliche Handling geschäftlicher Daten, für Samsung Knox gibt es noch keine offizielle Aussage zur möglichen Anbindung an bestehende MDM-Software. Harald Radmacher, Geschäftsführer der amagu GmbH, ist sich im Interview mit mobile-studien.de allerdings trotzdem bereits sicher, mit seiner Lösung auch Samsung Knox-Geräte managen zu können.

Ähnlich wie Blackberry Balance setzt dabei auch Samsung Knox auf einen auch in der Benutzeroberfläche abgegrenzten geschäftlichen Bereich, in dem sich dann aber wieder zusätzliche Anwendungen zur sicheren Kommunikation, Dokumenten-Betrachtung etc. finden. Anders als bei Blackberry Balance werden die Daten also nicht in einer App zusammengeführt, der Nutzer muss demnach für geschäftliche und private Nutzung auf unterschiedliche Anwendungen für E-Mails, Kalender etc. zurückgreifen.

Zusätzlich bieten Samsung Knox-Geräte dafür aber einen speziellen Chip, mit dem sich eine hardwarebasierte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einrichten lässt – zumindest, wenn beide Kommunikationsteilnehmer über Samsung Knox-Geräte verfügen. Eine rein proprietäre Lösung also.

Die Akzeptanz der Mitarbeiter entscheidet über den Erfolg

Was also kann man in Hinsicht auf Mobile Device Management mitnehmen von der Communication World 2013? An Funktionalität unterscheidet sich offenbar kaum mehr eine Lösung von der anderen, eher macht das Drumherum aus Support, Lizenzen, Kosten und Handling den Unterschied.

Eine Möglichkeit, sich noch von der Konkurrenz abzuheben, sehen dabei viele Anbieter von MDM-Lösungen in der möglichst einfachen Nutzung für den Endanwender. Egal ob AppSense mit zusätzlichen Anwendungen, Blackberry Balance mit der Integration von beruflichen und privaten Daten in eine Benutzeroberfläche oder Samsung Knox mit der auch in der Benutzeroberfläche strikten Trennung – der Versuch, die Nutzung von MDM-Lösungen so einfach wie herkömmliche Anwendungen für Cloud-Speicher, E-Mails und Co. zu machen, ist unübersehbar.

Eigentlich auch logisch: Mobile Device Management steht und fällt mit den Mitarbeitern. Wenn diese die Lösung nicht akzeptieren, wird sie sich im Unternehmen auch nicht durchsetzen.