SenseCore auf der Wearable Technologies Show 2014

 

Die Wearable Technologies Show auf der ISPO 2014 in MünchenWearables sind derzeit stark im Trend, kein Wunder also, dass man auch auf der Sportmesse ISPO eine „Wearable Technologies Show“ findet. Das interessanteste Gadget: Das Monitoring Tool von SenseCore.

Die Wearable Technologies Show ist im Vergleich zur doch recht großen ISPO verhältnismäßig klein, begnügt sich mit wenigen Metern Standfläche am Rande der Halle C1 und beherbergt daher auch nur eine gute Handvoll Aussteller. Der Fokus der Wearable Technologies AG, die hinter der Ausstellung steht, liegt offensichtlich mehr auf der Wearable Technologies Conference, die morgen und übermorgen stattfindet.

Das nächste Technik-Spielzeug á la Google Glass darf man hier also nicht erwarten, am spannendsten war da noch das „High Performance Monitoring Tool“ (so die Bezeichnung des Herstellers) SenseCore, das neben Herzschlag und Kalorienverbrauch auch EKG-Daten aufnimmt, nach Aussagen des Herstellers in medizinischer Qualität. Zudem ist es damit möglich, Atmung und Körpertemperatur zu überwachen. Was die SenseCore-Lösung schließlich endgültig von herkömmlichen Pulsuhren unterscheidet ist der integrierte Lage- und Bewegungssensor, mit dem auch Daten zu schnellen Richtungswechseln etc. erfassbar sind.

Die etwas kleiner als handtellergroßen Sensoren können an unterschiedlichen Stellen der Sportkleidung integriert werden.

Die im Durchmesser 4,5 cm großen Sensoren können an unterschiedlichen Stellen der Sportkleidung integriert werden. Quelle: SenseCore

Je nach Sportart sollen die – laut Herstellerangaben bis zu 5 Meter wasserdichten – Sensoren an unterschiedlichen Stellen in der Kleidung integriert werden, damit ergeben sich von Schwimmen über Radfahren bis hin zu Leichtathletik oder gar Ringen vielfältige Einsatzszenarien. In der Formel 1 soll die aus der Raumfahrt kommende Technik bereits bei dem einen oder anderen Rennstall im Einsatz sein, der nächste Schritt wäre ein Teamsport wie Fußball, bei dem alle Spieler einer Mannschaft detaillierte Daten zur Spielanalyse beisteuern.

Ähnlich wie bei Fitness-Trackern wie etwa Fitbit zeichnet auch das Monitoring Tool von SenseCore die Daten nur auf (wenn auch wesentlich umfangreichere Daten), zur tatsächlichen Analyse müssen diese anschließend auf einen Rechner überspielt werden. Eben Wearable Technologies, nicht Wearable Computing wie bei Smartglasses und Smartwatches, bei denen über ein Interface direkt mit Daten interagiert werden kann. Allerdings arbeitet SenseCore derzeit daran, die Daten bis Ende des Jahres auch in Echtzeit zugänglich zu machen – was völlig neue Nutzungsszenarien ermöglichen wird, man denke nur an das Beispiel der Fußballmannschaft zurück.

Endverbraucher können den SenseCore-Tracker offenbar bereits ab Februar über den eigenen Online-Shop kaufen, am Stand war von Preisen um die 900 Euro die Rede. Nicht gerade wenig, aber neben Vereinen und Profi-Sportlern sicherlich auch für den einen oder anderen Hobby-Sportler interessant.

[29.1.2014] Update: Nach Veröffentlichung des Artikels hat mich SenseCore kontaktiert und auf eine möglicherweise irreführende Produktbezeichnung sowie die falsch angegebene Sensorengröße hingewiesen. Der Text wurde entsprechend aktualisiert.