70 Prozent Marktanteil: Android wird zum De-facto-Standard im Mobile-Markt

Nokia-CEO Stephen Elop bei der Vorstellung der Android-Phone Nokia X, X+ und XL auf dem Mobile World Congress 2014.

Nokia-CEO Stephen Elop bei der Vorstellung der Android-Phones Nokia X, X+ und XL auf dem Mobile World Congress 2014. Quelle: Nokia

Der Marktanteil von Android klebt seit Monaten stabil jenseits der 70 Prozent fest, mit Blackberry und jüngst auch Nokia sehen inzwischen auch die ärgsten Rivalen ein: An Android kommt derzeit niemand vorbei.

Android setzt sich jenseits der 70 Prozent Marktanteil fest

Egal ob Strategy Analytics, IDC oder Gartner: Was Smartphones betrifft liegt Android global seit Monaten weit jenseits der 70 Prozent Marktanteil. Was weltweit gilt, schlägt sich natürlich auch im deutschen und europäischen Markt nieder, laut neustem Kantar Worldpanel, dessen Zahlen im Gegensatz zu den oben genannten Marktforschern allerdings tatsächliche Verkaufszahlen und nicht Auslieferungen an den Handel messen, kommt Android auch hierzulande auf inzwischen 75 Prozent Marktanteil.

Marktanteile mobiler Betriebssysteme für Deutschland und Europa.

Marktanteile mobiler Betriebssysteme für Deutschland und Europa. Quelle: Kantar Worldpanel

iOS folgt mit 16,2 Prozent, Windows Phone mit 6,8 und Blackberry nur noch mit 0,8 Prozent Marktanteil. Im Vergleich zum Vorjahr kann hier lediglich Android ein Wachstum vorweisen (wenn man die 0,2 Prozentpunkte Zuwachs von Blackberry vernachlässigt). Im europäischen Durchschnitt (Deutschland, Frankreich, Italien, Großbritannien und Spanien) verschieben sich die einzelnen Werte, die Tendenz aber bleibt: Android führt mit 68,5 Prozent das Feld an, iOS folgt mit 19, Windows Phone mit 10,1 Prozent. Im Gegensatz zum deutschen Markt kann sich Windows Phone damit auf europäischer Ebene also noch über der 10-Prozent-Marke halten, ein jährliches Wachstum von 3,9 Prozent.

Selbst Blackberry und Nokia: An Android kommt niemand mehr vorbei

Seit über einem Jahr dominiert Android damit also schon scheinbar uneinholbar den Smartphone-Markt, was bleibt da anderes übrig, als Android langsam als De-facto-Standard im Mobile-Markt zu akzeptieren? Dabei sprechen wir nicht zwangsläufig von Googles Android-Version, neue Betriebssysteme wie Tizen oder Sailfish OS wurden aber zum Beispiel von vorneherein so konzipiert, dass Android-Apps auf ihnen ohne großen Konfigurationsaufwand seitens der Nutzer funktionieren.

Auch Blackberry hat vor einiger Zeit erkannt, dass es vielleicht auch einen Weg mit und nicht nur gegen Android geben kann und machte in der aktuellsten BB10-Version das Ausführen von Android-Apps möglich. Mit den drei von Nokia im Rahmen des Mobile World Congress vorgestellten Android-Geräten X, X+ und XL ist nun wahr geworden, was noch vor kurzem kaum jemand für möglich gehalten hätte: Einer der letzten großen erbitterten Rivalen von Android schwenkt um und setzt nun ebenfalls auf Android – wenn auch auf ein stark verändertes mit Microsoft- statt Google-Services.

Der Vorteil von Standards: Android-Apps für alle

Der Marktmacht von Android, beziehungsweise der damit einhergehenden großen Entwickler-Community dahinter, mag also inzwischen kaum ein Akteur im Mobile-Markt mehr wiederstehen. Damit erweitert sich das Android-Ökosystem auf einstmals rivalisierende Plattformen, Gerüchten zufolge soll es bereits Planspiele zur Emulation von Android-Apps auf Windows Phone- und Windows RT-Geräten geben.

Android scheint sich also zum De-facto-Standard im Mobile-Markt zu entwickeln, und warum auch nicht? Nokia und Amazon zeigen sehr deutlich, dass auch mit dem quelloffenen Android attraktive Betriebssysteme möglich sind. Auf Nutzerseite bietet sich so der Vorteil, nur noch vordergründig verschiedene App Stores vorzufinden, tatsächlich aber auf ein und denselben Pool aller Android-Apps zugreifen zu können.

Gleichzeitig wünschen sich viele Android-Nutzer aber vielleicht auch eine veritable Alternative zu Googles Mail-, Cloud- und Kartendienst. Warum also Nokias Fastlane-Launcher nicht, ähnlich wie Facebook Home, für alle Android-Geräte anbieten? Genau darin liegt der Vorteil eines Standards: Darauf aufbauende Produkte können schnell einer potenziell sehr großen Nutzerbasis zur Verfügung gestellt werden.