Internet World: E-Commerce goes Responsive Web-Design

Internet World MesseDas Problem der Gerätefragmentierung im Smartphone- und Tablet-Markt zog sich durch das ganze Mobile-Panel auf dem begleitenden Kongress zur Internet World Messe. Die einhellige Antwort: Responsive Web-Design.

E- und M-Commerce stehen auf mobile-studien.de wahrlich nicht im Zentrum der Aufmerksamkeit, aber wenn quasi vor der Haustür schon einmal eine der größten deutschen Messen zum Thema E-Commerce stattfindet wollte ich dann doch auch einmal einen Blick über den Tellerrand wagen, zumal das Mobile-Panel am gestrigen Dienstag inhaltlich so weit weg ja doch nicht ist.

Interessanterweise zog sich ein Thema durch den kompletten Vortragsstrang: Responsive Web-Design (RWD) als Antwort auf die zunehmende Gerätefragmentierung im Mobile-Markt. Egal ob Thomas Schnieders und Matthias Häsel vom Versandriesen Otto, Matthias Eckert von der Schwab Versand GmbH oder Carlos Friedrich und Franco Kölliker von der Möbel Pfister AG, einhellig wurden die zunehmenden Herausforderungen an Online-Shops in eine Welt beklagt, in der von 4 bis 40 Zoll eigentlich Hunderte Endgeräte bei der Konzeption des Shops bedacht werden müssten.

Zu meiner Überraschung waren sich alle Sprecher darin einig, den Königsweg zur Lösung des Problems in responsiven Webseiten zu suchen. In Seiten also, deren Layout sich Displaygröße und Auflösung des jeweiligen Endgerätes anpasst. Vor nur ein bis zwei Jahren, so meine persönliche Einschätzung, war das Credo auch und gerade im Bereich M-Commerce noch eher „Apps, Apps, Apps!“, jetzt also Responsive Web-Design?

Ich bin weder App- noch Webentwickler und will keinesfalls in fragwürdiges RWD-Bashing einstimmen. Aber wird hier nicht etwas vorschnell die Ablösung des einen Hypes durch den anderen proklamiert? Gerade Online-Shops arbeiten doch gerne mit aufwendigen, vor allem aber bildintensiven Frontends – kann da eine native App die Hardware des Smartphones oder Tablets nicht viel effizienter ansprechen und gleichzeitig eine gewisse Offline-Funktionalität bieten? Und wie sieht es mit dem Datentraffic von Webseite versus App aus?

Ich persönlich mag responsive Webseiten aus einem einfachen Grund nicht besonders: Bei vielen Webseiten müssen bestimmte Elemente oftmals je nach genutztem Endgerät an unterschiedlichen Stellen gesucht werden, zudem wirken responsive Seiten häufig überladener als mobil-optimierte Seiten oder Apps – was zugegebenermaßen auch einfach Ausdruck schlechter Handwerkskunst sein kann und nicht per se gegen RWD spricht.

Auf jeden Fall ein lehrreicher Tag mit interessanten Denkanstößen. In nächster Zeit werde ich wohl etwas bewusster verfolgen, ob meine ganz persönliche Conversion Rate beim mobilen Einkaufen per App oder responsiver Seite höher ist.