Octacore-Smartphones bleiben in der Nische – zumindest bis 2015

Samsungs auf dem Mobile World Congress 2014 neu vorgestellten Exynos-SoCs mit acht bzw. sechs Rechenkernen.

Samsungs auf dem Mobile World Congress 2014 neu vorgestellte Exynos-SoCs mit acht bzw. sechs Rechenkernen. Quelle: Samsung

Laut Branchengerüchten sollen die meisten Smartphonehersteller in diesem Jahr noch darauf verzichten, großflächig auf den Octacore-Zug aufzuspringen. Erst 2015 wird mit einem breiten Angebot an entsprechend ausgerüsteten Smartphones gerechnet.

Die Digitimes beruft sich auf Brancheninsider aus der Auftragsfertigung und meldet, dass die meisten Gerätehersteller 2014 wohl noch keine Octacore-Smartphones auf den Markt bringen werden. Offenbar wolle man sich mit günstigeren Quadcore-Modellen zunächst um den derzeit hart umkämpften Einstiegsbereich kümmern, die technische Implementation von Octacore-Chip-Designs in eigene Smartphones sei demnach zumindest für 2014 keine Priorität. Damit dürfte der Durchbruch von Octacore-SoCs wohl frühestens 2015 zu erwarten sein.

Natürlich stellt sich generell die Frage, ob man die enormen Kapazitäten von acht Rechenkernen in Smartphones (und Tablets) überhaupt braucht. Dokumentenbearbeitung, Videostreaming und Internetnutzung funktionieren auch mit Dualcore-Geräte schon einwandfrei, die immer höhere Displayauflösung hat dabei allerdings Quadcore-Smartphones inzwischen mehr oder weniger zum Standard gemacht.

Im Grunde gibt es im Mobile-Markt derzeit die paradoxe Situation, dass anders als früher bei Desktop-Rechnern nicht die Hardware die Software ausbremst, sondern umgekehrt auf Highend-Smartphones und -Tablets noch kaum Software vorhanden ist, mit der sich die Rechenpower auch tatsächlich ausreizen ließe.