40 Prozent Wachstum: Samsung mit großem Plus im Tablet-Markt

Auf der Suche nach neuen Nischen: Das Samsung GALAXY TabPRO(12.2) mit 12 Zoll Displaydiagonale.

Auf der Suche nach neuen Nischen: Das Samsung GALAXY TabPRO(12.2) mit 12 Zoll Displaydiagonale. Quelle: Samsung

Samsung ist einer der wenigen Gewinner im Tablet-Markt. Im ersten Quartal 2014 konnte Samsung um 40 Prozent mehr Tablets verkaufen als noch im Vorjahresquartal.

Der Tablet-Markt ist bekanntlich ein schwerer Markt, kaum Gewinnmargen, viele verschiedene Formfaktoren, großer Preisdruck, unentschlossene Käufer – gut, das trifft mehr oder weniger auch auf den Smartphone-Markt zu, und trotzdem gelten im Tablet-Markt doch noch einmal andere Regeln. Warum? Weil das Marktvolumen was Verkaufszahlen angeht nicht so groß ist wie bei Smartphones.

Mittelmäßige oder gar schlechte Verkaufszahlen reißen da sehr viel schneller existenzielle Löcher in den Sparstrumpf als im Smartphone-Markt, wo sich manche Rohrkrepierer aufgrund der Größe des Marktes eben noch leichter über die schwarze Null retten als im Tablet-Markt. Warum wohl halten zum Beispiel HTC und Blackberry ihre Füße so verdächtig still, und auch Nokia hat sich den Einstieg in den Tablet-Markt bekanntlich mehr als gründlich überlegt.

Samsung verkauft 12,8 Millionen Tablets

Wirklich Geld mit Tablets verdienen wahrscheinlich nur Samsung und Apple, zumindest wenn man die ganzen OEMs und ODMs einmal weglässt. Laut Strategy Analytics gibt es zudem nur zwei Tablet-Hersteller in der globalen Top 5, die im ersten Quartal 2014 mehr Tablets verkaufen konnten als im Vorjahresquartal. Da ist einmal, natürlich, Samsung. 12,8 Millionen Tablets konnte Samsung in den ersten drei Monaten des Jahres verkaufen, ganze 40 Prozent mehr als im letzten Jahr. Der zweite Gewinner ist aber keineswegs Apple, deren Verkaufszahlen um 16 Prozent eingebrochen sind, sondern Lenovo.

Verkaufszahlen der größten Tablet-Hersteller im ersten Quartal 2014 nach Strategy Analytics

Nun muss man noch einmal dazusagen, dass hier streng genommen Auslieferungen an den Handel zugrunde liegen, nicht tatsächlich im Handel an Endkunden verkaufte Tablets. Apple selbst hatte kurz nach Veröffentlichung der Quartalszahlen darauf hingewiesen, dass im vergangenen Quartal lediglich die Lagerbestände reduziert wurden, während die tatsächlichen Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahresquartal lediglich um drei Prozent zurück gegangen sein sollen. Lenovo dagegen hat sich mit einem jährlichen Wachstum von 150 Prozent (von knapp einer Million auf nun 2,3 Millionen ausgelieferte Tablets) auf den dritten Platz im Markt katapultiert. Nicht schlecht, aber profitabel? Wer weiß.

Apple dagegen strotzt vor Profitabilität, ausgelieferte Geräte hin, Verkaufszahlen her. Laut Strategy Analytics kommt Apple mit lediglich 28,9 Prozent Marktanteil auf die Hälfte des Verkaufswerts aller im ersten Quartal ausgelieferten Tablets – und konnte den durchschnittlichen Verkaufspreis (Average Selling Price, ASP) dabei sogar um fünf Prozent erhöhen! Es sieht also so aus, als könnte man vor allem im Premium-Segment noch gute Gewinne einfahren. Apple und Samsung machen es ja vor. Dumm nur, dass gerade dieser Premium-Markt wegbricht und sich die Masse der Verkaufszahlen gerade in Richtung „Emerging Markets“ bewegt, in denen vor allem günstige Geräte gefragt sind. Und auch hierzulande macht sich die große Nachfrage nach günstigen Geräten bereits bemerkbar.

Niedrigpreissegment mit starkem Wachstum

In diesem Niedrigpreissegment herrscht ein weitaus ungemütlicherer Konkurrenzdruck. Asus und Amazon als die Nummer vier und fünf im Tablet-Markt schaffen es daher auch nur mit kräftigem Minus in die Top 5. Asus büßt 28 Prozent seiner Verkaufszahlen ein und schafft gerade so den Sprung über die zwei Millionen verkauften Geräte. Amazon dagegen muss sich mit nur noch 1,5 Millionen verkauften Tablets zufrieden geben. Der Tablet-Markt als Ganzes allerdings ist um 17 Prozent auf gut 56 Millionen Geräte gewachsen, auch aufgrund vieler unbekannter Hersteller im Niedrigpreissegment.

Eine interessante Entwicklung. Je „normaler“ und vor allem kleiner und kompakter Tablets werden, umso geringer fällt auch die Wertschätzung dafür aus. Was passiert, wenn immer mehr Konsumenten auf den Preis statt auf die Qualität achten? Man denke nur an die Lebensmittel- oder Textilbranche, die diese Entwicklung bereits hinter sich haben. Und an die oft gescholtenen Arbeitsbedingungen zum Beispiel bei Foxconn. Dabei, auch das sollte gesagt werden, macht es inzwischen eigentlich keinen Unterschied mehr, ob man ein iPad für 800 oder ein Billig-Tablet für 80 Euro kauft. Produziert wird sowieso ausschließlich in Fernost. Produktionsstätten mit westlichen Standards gibt es schon länger nicht mehr.