2,6 Millionen verkaufte Smartphones: Blackberry strauchelt ins nächste Quartal

Blackberry-CEO Thorsten Heins bei der Vorstellung von BB10.

Blackberry-CEO Thorsten Heins bei der Vorstellung von BB10. Quelle: Blackberry

Die Verluste für das erste Quartal sind zwar geringer als erwartet, aber 2,6 Millionen verkaufte Smartphones sind eindeutig zu wenig, um sich weiter im Smartphone-Markt behaupten zu können. Nun hat man Amazon als neuen Partner und Retter auserkoren.

Blackberry verkauft von März bis Mai 2014 nur magere 2,6 Millionen Smartphones

Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014 (März 2014 bis Mai 2014) muss Blackberry zwar einen Verlust ausweisen, mit lediglich 60 Millionen US-Dollar liegt der aber wesentlich niedriger als von vielen Analysten befürchtet. Der Grund dürfte in massiven Kosteneinsparungen bei Personal (also: Entlassungen) und Geräteherstellung (die eigene Fertigung wurde zum großen Teil an Foxconn ausgelagert) liegen. Der Umsatz immerhin ist auf 966 US-Dollar gestiegen.

Die Verkaufszahlen von Blackberry-Smartphones können aber weiterhin nicht überzeugen. Im ersten Quartal konnte Blackberry lediglich 2,6 Millionen Smartphones verkaufen, im Vergleich zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2013 mit 3,4 Millionen Geräten ein relativ leichter Rückgang. Im Jahresvergleich offenbart sich aber das volle Elend: Im gleichen Zeitraum 2013 lagen die Verkaufszahlen noch bei ganzen 6,8 Millionen verkauften Smartphones, im gleichen Quartal 2012 sogar bei 7,4 Millionen.

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Amazons App Store und das Blackberry Passport sollen es richten

Wenn Blackberry als Gerätehersteller weiterhin im Smartphone-Markt mitmischen will, dann kann es so auf keinen Fall weitergehen. Fraglich ist allerdings, ob der jetzt eingeschlagene Kurs zum Erfolg führen wird: Ab Version 10.3 wird Blackberrys Smartphone-Betriebssystem BB10 ab Herbst Amazons eigenen App Store integrieren und Blackberry-Nutzern auf diese Weise Zugang zu den dort inzwischen 240.000 verfügbaren Anwendungen bieten.

Möglich ist dies, weil BB10 auf die Kompatibilität mit Android-Apps getrimmt wurde und Amazons eigenes Betriebssystem Fire OS auf Android basiert. Für Amazon stellt dies zweifelsohne eine willkommene Vergrößerung der Reichweite dar, Blackberry dagegen schafft so mittelfristige seine Entwickler-Community ab – wer will bei diesem Signal der Resignation schon noch nativ für Blackberry entwickeln? Und trotzdem dürfte so zumindest die immer wieder geäußerte Kritik an fehlenden Apps für BB10 verstummen.

Wesentlich kurioser mutet dagegen der wohl ebenfalls kurz bevorstehende Marktstart des neuen Smartphones Blackberry Passport an. Den ernstzunehmenden Gerüchten entsprechend handelt es sich hier um ein Phablet-ähnliches Gerät mit einem quadratischen, 4,5 Zoll großen Display – und einer physischen (!) Hardware-Tastatur. Ob die Smartphone-Welt darauf gewartet hat?