Kantar, Amazon Fire Phone, Bitkom und IDC: Mobile-Rückblick auf KW 35 – mobile-studien.de

So, da war ja wieder mächtig was los in der 35. Mobile-Woche des Jahres. Der Rückblick für die letzte Woche ist daher auch prall gefüllt mit allerlei Zahlen und Studien zum Smartphone- und Tablet-Markt. Viel Spaß damit!

Kantar Worldpanel: Alles beim alten

Marktanteile von Smartphone-Betriebssystemen in Deutschland und EU5.

Marktanteile von Smartphone-Betriebssystemen in Deutschland und EU5. Quelle: Kantar Worldpanel

In schöner Regelmäßigkeit kommen von ComTechs Kantar Worldpanel neue Marktanteile mobiler Betriebssysteme für verschiedene Märkte, darunter auch Deutschland und Westeuropa (Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien). Für die drei Monate bis Juli 2014 kommt Android in Deutschland auf gut 82 Prozent, iOS auf 9,5 und Windows Phone auf nur noch 6,1 (im Vorjahreszeitraum waren es noch 8,1 Prozent).

In Westeuropa ergibt sich ein leicht verschobenes Bild, hier liegt Android mit 75 Prozent vor iOS mit 14,5 und Windows Phone mit 8,5 Prozent (im Vorjahreszeitraum 7,6 Prozent). Insgesamt aber seit Monaten schon keine signifikante Veränderung. Ach wie hoffnungsvoll waren Projekte wie Tizen, Firefox OS und Sailfish OS einst aus der Taufe gehoben worden…

Amazon mit nur 35.000 verkauften Fire-Phones?

Apropos neue Player im Markt: Amazon ist mit seinen Fire-Tablets ja durchaus akzeptabel in den Tablet-Markt gestartet, vom ersten Amazon-Smartphone Fire kann man das laut Schätzungen des Guardian offenbar nicht behaupten – lediglich 35.000 Geräte soll Amazon demnach bisher verkauft haben.

Allerdings basiert diese Schätzung wiederum auf comScore- und Chitika-Zahlen, eine gewisse Ungenauigkeit dürfte da durchaus zu berücksichtigen sein. Trotzdem: Wäre das Fire-Phone ein Verkaufsschlager, dann würden diese Zahlen sicherlich anders aussehen, und auch Amazon würde es sich wahrscheinlich nicht verkneifen können, eine Erfolgsmeldung zu veröffentlichen. Die Gründe für den ausbleibenden Erfolg dürften wohl im nur schwer zu vermittelnden tatsächlichen Nutzen der 3D-Technik sowie schlicht und einfach auch im doch recht knackigen Preis zu suchen sein.

Bitkom und IDC: Tablet-Nutzung in Deutschland, Marktprognose 2014 nach unten korrigiert

Vom Bitkom kam letzte Woche die Meldung, dass bereits 34 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen über 14 Jahren ein Tablet nutzen, also 24 Millionen. Nutzen heißt dabei aber natürlich nicht besitzen, und so dürfte es in Deutschland also deutlich weniger als 24 Millionen Tablets geben.

Passend dazu korrigierte IDC die für 2014 erwarteten Tablet-Verkaufszahlen deutlich nach unten, statt den bisher vorausgesagten 12 Prozent Wachstum soll der Tablet-Markt in diesem Jahr nur um sechs Prozent auf 233 Millionen verkaufte Geräte wachsen. Aber immerhin: er wächst.

Android laut comScore auf 68 Prozent aller in Deutschland genutzten Smartphones

comScore hat mal wieder spezielle Zahlen für den deutschen Smartphone-Markt in petto, und wie bei den Bitkom-Zahlen dreht es sich auch hier um Nutzungs-, nicht um Verkaufszahlen. Während Android weltweit bei den Verkaufszahlen mittlerweile die Marke der 80 Prozent Marktanteil überstiegen hat, dauert es natürlich noch etwas, bis sich dies auch bei der Breite der im Markt genutzten Geräte auswirkt. Trotzdem kommt Android in Deutschland mittlerweile auf 68 Prozent Marktanteil. iOS erreicht 20, Windows Phone 5,2 Prozent.

Bei den am häufigsten genutzten Marken liegen natürlich Samsung (17,8 Millionen Smartphones) und Apple (8,2 Millionen) an erster und zweiter Stelle, gefolgt von Sony (3,4 Millionen), Nokia (Achtung, genau 3,36 Millionen), HTC (3 Millionen), Huawei (1,2 Millionen), Motorola (0,7 Millionen), Google (0,4 Millionen) und Blackberry (0,4 Millionen). Warum jetzt alle Welt total aus dem Häuschen ist, nur weil sich Nokia nicht mehr auf dem dritten Platz halten kann, erschließt sich mir dabei nicht.

Bei den schlechten Nokia-Verkaufszahlen war das nur eine Frage der Zeit. Zudem funktioniert die Aussage auch nur dann, wenn man die zweite Nachkommastelle mit angibt. Die fehlt aber natürlich bei den anderen Zahlen. Eigentlich müsste man dann auch die Nokia-Zahlen auf die erste Stelle nach dem Komma aufrunden, und schon hätte man mit 3,4 Millionen die gleiche Anzahl wie Sony-Geräte.

Wenn man schon auf die zweite Nachkommastelle geht, dann müsste dies konsequenterweise auch für Sony angegeben werden. Der Unterschied wäre dann aber wahrscheinlich nicht mehr so schön deutlich. Zudem würde ich mal vermuten, dass die Mess-Methoden von comScore nicht genau genug sind, um so kleine Unterschiede valide, also ohne Ungenauigkeit, wiederzugeben. Aber was macht man nicht alles für eine schöne Überschrift.

IDC, die Zweite: Schon heute drei Viertel der Smartphone-Verkäufe in Emerging Markets

Die Marktforscher bei IDC haben vergangene Woche noch einen interessanten Bericht veröffentlicht, wonach bereits heute 73,5 Prozent aller Smartphone-Verkäufe auf Emerging Markets entfallen. Bis 2018 soll dieser Anteil sogar auf knapp 80 Prozent steigen. Interessant wäre jetzt noch die Umsatzverteilung, aber auch so sollte klar sein, dass sich Gerätehersteller mehr und mehr diesen aufstrebenden Märkten zuwenden werden.

Emerging vs. Mature Markets Smartphones IDC

Link-Tipp: Deloitte Mobile Consumer Survey

Zu guter Letzt noch ein Link-Tipp: Deloitte hat die neueste Mobile Consumer Survey veröffentlicht, die neben einem Ausblick auf den Endgeräte-Markt auch spannende Einblicke in die Wechselbeziehung zwischen Mobile und Handel, Messaging oder auch Werbung ermöglicht.