TrendForce, iPhone 6 und Accenture: Mobile-Rückblick auf KW 4

Wow, was für eine Woche! HoloLens, Xbox-Streaming und der neue Spartan-Browser (für den Microsoft vielleicht besser die Rendering-Engine WebKit statt Trident hätte nutzen sollen) – die Vorstellung der Windows 10 Consumer Preview hatte es in sich. Ob Windows 10 für steigende Windows-Marktanteile sorgen kann wird sich aber erst noch zeigen müssen. Zwar dürften viele Windows-Nutzer von der im ersten Jahr kostenlosen Upgrade-Möglichkeit von Windows 7 und Windows 8.1 aus machen, ob Windows 10 aber auch Nutzer anderer Plattformen von einem Wechsel überzeugen kann ist noch einmal eine andere Frage – allerdings eine Frage für die Zukunft.

Wenden wir den Blick daher lieber wieder der vergangenen Woche zu: Neben den fast schon obligatorischen Zahlen zum iPhone 6 wurden von TrendForce neue Zahlen zum Mobile-Jahr 2014 veröffentlicht, zudem bin ich über eine interessante Accenture-Studie gestolpert.

Wachstum chinesischer Smartphone-Hersteller nimmt zu

Während die meisten Marktforscher lediglich die größten fünf Smartphone-Hersteller einzeln aufschlüsseln, bilden die TrendForce-Zahlen hier eine willkommene Ausnahme, indem sie einen Überblick über die zehn größten Hersteller geben. Die letzte Woche veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf das gesamte Jahr 2014, indem laut TrendForce 1,167 Milliarden Smartphones verkauft wurden – neuer Rekord und ein jährliches Wachstum von 25,9 Prozent.

Unübersehbar ist dabei das immer schnellere Wachstum chinesischer Hersteller, die inzwischen für 40 Prozent aller Smartphone-Verkäufe (453 Millionen Geräte) verantwortlich sind. Nach der Übernahme von Motorola ist Lenovo inzwischen der größte chinesische Hersteller. Schon vor fast einem Jahr war klar, dass dieser Schritt global den dritten Platz bringen würde. Mit etwas mehr als 90 Millionen verkauften Smartphones 2014 kommt Lenovo auf einen Marktanteil von 7,9 Prozent.

Die Spitzenposition hat allerdings noch immer Samsung inne, auch wenn der Marktanteil im Vergleich zu 2013 um mehr als vier Prozentpunkte auf jetzt 28 Prozent gesunken ist. Insgesamt soll Samsung 2014 326,4 Millionen Smartphones verkauft haben. Auf dem zweiten Platz liegt Apple mit 16,4 Prozent Marktanteil und 191,3 Millionen verkauften iPhones. Auf den drittplatzierten Lenovo folgt LG mit 70 Millionen verkauften Smartphones und 6 Prozent Marktanteil. Huawei konnte, wie vor drei Wochen bereits durchgesickert war, ebenfalls um die 70 Millionen Smartphones absetzen und kommt laut TrendForce auf 5,9 Prozent Marktanteil.

Marktanteile von Smartphone-Herstellern 2014 nach TrendForce

Am meisten überrascht an dieser Top-10-Liste wohl die Platzierung des Newcomers Xiaomi, der mit 60 Millionen verkauften Smartphones und 5,2 Prozent Marktanteil auf Rang sechs liegt. Es folgen Coolpad (49 Millionen verkaufte Smartphones, 4,2 Prozent Marktanteil), Sony (45,5 Millionen Smartphones, 3,9 Prozent), ZTE (36,2 Millionen Smartphones, 3,1 Prozent) und TCL (31,5 Millionen Smartphones, 2,7 Prozent). Die Traditionsmarken Nokia (jetzt Microsoft) und Blackberry sucht man unter den zehn größten Smartphone-Herstellern inzwischen vergebens.

Konsumenten-Umfrage: Accenture sieht Smartphones und Tablets ganz oben auf der Wunschliste

Für die Konsumenten-Umfrage „Engaging the Digital Consumer“ hat Accenture 24.000 Verbraucher in 24 Ländern befragt, damit dürfte die Studie sicherlich zu einer der umfangreichsten in diesem Bereich gehören. Nach der Kaufabsicht für digitale Endgeräte befragt, gaben 54 Prozent der Konsumenten an, in den nächsten zwölf Monaten ein Smartphone kaufen zu wollen. Immerhin noch 38 Prozent planen den Kauf eines neuen Tablets.

Aber auch Laptops (36 Prozent), Desktops (26 Prozent) und Spielekonsolen (26 Prozent) stehen offenbar noch hoch im Kurs. Demnach sieht es nach weiter rosigen Zeiten im Digital-Geschäft aus, auch wenn die Kaufabsicht offenbar im Vergleich zum Vorjahr im einstelligen Bereich gesunken ist.

Die Accenture-Studie verrät aber auch interessante Details zum Wearables-Markt. Demnach besitzen bereits sieben Prozent der Befragten eine Smartwatch, zwölf Prozent planen die Anschaffung in den nächsten zwölf Monaten. Fitness- und Gesundheits-Tracker (wo auch immer Accenture hier den Unterschied ausmachen will) sind offenbar bereits bei acht bzw. sechs Prozent der Befragten im Einsatz.

Dabei gibt es aber offenbar noch einige Probleme zu bewältigen: 83 Prozent der Befragen hatten oder haben Probleme mit ihren digitalen Endgeräten. Für viele (21 Prozent) sind die Geräte inzwischen einfach zu kompliziert, die Einrichtung funktionierte nicht (19 Prozent) oder die tatsächlichen Funktionen entsprachen nicht den beworbenen Features (19 Prozent).

Morgan Stanley erwartet 69 Millionen verkaufte iPhone 6 im vierten Quartal 2014

So langsam würde mir glaube ich glatt etwas fehlen, wenn ich nicht in jedem Wochenrückblick zumindest eine Meldung über neue Rekord-Schätzungen zum neuen iPhone 6 unterbringen könnte. Da bin ich doch froh, dass neben UBS inzwischen auch Morgan Stanley eine entsprechende Schätzung abgegeben hat: 69 Millionen iPhone 6 soll Apple demnach im vierten Quartal 2014 verkauft haben. Ob´s stimmt sehen wir dann wohl bei der Verkündigung der offiziellen Apple-Verkaufszahlen.