Tablet-Prognose von IDC und Smartwatch-Zahlen: Mobile-Rückblick auf KW 11

Die neue Apple Watch - in der günstigeren Ausführung. Quelle: Apple

Die neue Apple Watch – in der günstigeren Ausführung. Quelle: Apple

Das allesbestimmende Thema der letzten Woche war ohne Zweifel die nach langem Warten endlich auch offiziell vorgestellte Apple Watch, und da gibt es eigentlich nur eine Zahl, die in diesem Zusammenhang interessiert: Schlappe 18.000 Euro soll die Apple Watch in der teuersten Ausführung kosten, ein Verkaufsschlager wird diese Version sicherlich nicht. Sehr wahrscheinlich aber die günstigeren Versionen, die ab 400 Euro den Weg an die Handgelenke finden sollen.

So bringt Apple einmal mehr ein Produkt auf einen Markt, den andere längst beackert haben, bietet im Vergleich zu bestehenden Smartwatches keine wirklich grundlegend neuen Funktionen und siedelt sich natürlich von Anfang an in der höchsten Preisklasse an. Fehlt nur noch der Erfolg, was anderes wäre man von Apple auch nicht gewohnt.

Abgesehen davon gab es vergangene Woche aber auch einen neuen Mobile Vendor Benchmark der Experton Group, eine neue Tablet-Prognose der IDC und umfangreiche Smartwatch-Zahlen.

IDC: Tablet-Markt wächst auch weiterhin – wenn auch langsamer

Ich sage es jetzt seit fast einem Jahr und ich bleibe dabei: Der Tablet-Markt ist noch lange nicht am Ende. Natürlich wird die Konkurrenz durch Phablets und immer leichtere Ultrabooks zunehmend größer, dafür gewinnen Tablets aber auch durch neue technische Möglichkeiten an Attraktivität. So oder so, ich stehe mit meiner Meinung natürlich nicht alleine da, vergangene Woche beispielsweise veröffentlichte IDC eine neue Prognose, wonach der Tablet-Markt von knapp 230 Millionen Geräten 2014 auf 234,5 Millionen in diesem Jahr auf knapp 270 Millionen Tablets im Jahr 2019 weiter wachsen soll.

Das ist natürlich kein Vergleich zu den dreistelligen Wachstumsraten in den ersten Jahren des Tablet-Booms, aber Wachstum bleibt Wachstum. Der große Gewinner dieser Entwicklung ist für IDC Microsoft, dessen Windows-Betriebssystem von 11,6 Millionen verkauften Tablets (5,1 Prozent Marktanteil) 2014 auf 38 Millionen verkaufte Geräte (14 Prozent Marktanteil) 2019 zulegen soll.

Angesichts des weiteren Wachstum soll auch Android an Verkaufszahlen von 155 Millionen 2014 auf 170 Millionen 2019 zulegen können, gleichzeitig aber gut vier Prozentpunkte bei den Marktanteilen abgeben müssen, so dass dann unter dem Strich noch knapp 63 Prozent stehen werden.

Für Apple wiederum soll es mit beiden Kennzahlen auf knapp 62 Millionen verkaufte iPhones 2019 und 23 Prozent Marktanteil leicht nach unten gehen. Was wiederum den Profit nicht besonders verändert dürfte, während Android- und Windows-Hersteller von Gewinnen in diesem immer härter umkämpften Markt zunehmend nur träumen können.

Tablet-Verkaufszahlen 2014 - 2019 laut IDC

Samsung bleibt Spitzenreiter im Smartwatch-Markt

Viele Zahlen zum Smartwatch-Markt gibt es ja noch nicht, auch wenn sich hier bei Marktforschern gerade sehr viel tut. Auf die Smartwatch Group bin ich vor ziemlich genau einem Jahr aufmerksam geworden, als dort eine Übersicht der zehn größten Smartwatch-Hersteller 2013 veröffentlicht wurde.

In gleicher Weise gibt es jetzt die Top 10 der Smartwatch-Hersteller 2014, und wie das in einem noch so jungen Markt ist hat sich hier auch ordentlich etwas verändert. Samsung ist mit einem Marktanteil (gemessen am Umsatzvolumen) von 23 Prozent zwar noch Marktführer im Smartwatch-Markt, scheint aber im Vergleich zu den 34 Prozent des Vorjahres den Atem der Konkurrenz doch zu spüren. Durch den Markteintritt von Apple dürfen wir auch im laufenden Jahr mit enormen Verschiebungen rechnen.

Die zehn größten Smartwatch-Hersteller nach Umsatzanteilen 2014. Quelle: Smartwatch Group

Die zehn größten Smartwatch-Hersteller nach Umsatzanteilen 2014. Quelle: Smartwatch Group

Mit etwas Abstand folgt Lenovo/Motorola und zehn Prozent Marktanteil, an dritter Stelle liegen LG, Pebble und Garmin mit jeweils sieben Prozent. Sony und Fitbit erreichen je sechs Prozent Marktanteil, Withings vier und Asus und Polar jeweils zwei Prozent. Wohlgemerkt, die Smartwatch Group spricht hier von Umsatzanteilen: Im gesamten Markt wurden 1,29 Milliarden US-Dollar umgesetzt, davon erreichte Samsung einen Anteil von eben 23 Prozent.

In Verkaufszahlen ausgedrückt wurden 2014 lediglich 6,8 Millionen Smartwatches verkauft, auf Samsung entfallen dabei 1,2 Millionen Geräte. Dass Verkaufszahlen und Umsatzanteile nicht zwangsläufig Hand in Hand gehen zeigen die weiteren Plätze: Mit 700.000 verkauften Smartwatches ist Pebble der zweitgrößte Hersteller, erwirtschaftet aber nur sieben Prozent der Umsätze. An zweiter Stelle folgt Fitbit mit 600.000 Geräten. Und hier wird es nun vollends unübersichtlich, da offenbar keine Unterscheidung zwischen Fitness-Armbändern und Smartwatches gemacht wurde. Fitbit Force beispielsweise würde klassischerweise nicht unter die Kategorie Smartwatch fallen.

Interessant ist letztlich auch ein Blick auf den durchschnittlichen Verkaufspreis (Average Selling Price, ASP), der 2014 bei 189 US-Dollar lag (allerdings wohl inklusive der im Vergleich zu Smartwatches günstigeren Fitness-Armbänder). Während sich auch hier bereits erste Konkurrenzkämpfe innerhalb des Android-Lagers um die günstigste Einsteiger-Smartwatch andeuten, hat sich Apple einmal mehr problem- und kampflos  das Premium-Segment gesichert. Wer kann, der kann. Wenn er denn kann.